Auslandspraktikum-Ratgeber

Don'ts beim Auslandspraktikum

Dein Praktikum hat begonnen und du bist voller Elan, guter Vorsätze, positiver Energie und begeistert bei der Sache!

Aber Vorsicht! Denn bei all der Überschwänglichkeit kann es schnell zu Fehlern oder unangemessenem Verhalten kommen – schließlich gibt es keine zweite Chance für den ersten Eindruck!

Hier also die wichtigsten Don’ts, die du als Praktikant oder Praktikantin unbedingt vermeiden solltest:

Die Kleiderordnung vergessen

Erkundige dich vor Arbeitsbeginn bereits nach der Kleiderordnung, an die man sich im Unternehmen halten sollte. Da die meisten Leute einen Menschen und in diesem Fall neuen Mitarbeiter danach beurteilen, wie er oder sie aussieht, ist es sehr wichtig, dass dein Erscheinungsbild professionell ist. Ob das eher casual, business-like oder konservativ ist – passe dich den Gegebenheiten vor Ort an. Weitere Informationen zur Kleiderordnung findest du im Abschnitt „Was ziehe ich an?“ der einzelnen Länder.

Bleib erstmal beim „Sie“

Auch wenn es in den modernen Unternehmen von heute immer mehr normal wird, jeden von der Führungsriege bis zum Facility Manager zu duzen, solltest du das „du“ tatsächlich erst dann verwenden, wenn es dir angeboten wird. Für E-Mails oder Telefongespräche gilt dies ebenso. Denk daran, dass du wahrscheinlich mit Menschen aller Generationen in Kontakt kommst und es früher vor allem am Arbeitsplatz zum guten Ton gehörte und von Respekt zeugte, jemanden zu „Siezen“. Wenn dir jemand das „Du“ anbietet und du ihn oder sie somit mit Vornamen ansprechen darfst, achte auch darauf, dass du den ganzen Namen verwendest und nicht gleich Abkürzungen oder Spitznamen vergibst. Auch andere Abkürzungen und Smileys mögen bei Messages an deine Freunde in Ordnung sein, haben allerdings keinen Platz in einer professionellen E-Mail bzw. anderen Nachrichten.

Du bist nicht nur Praktikant/in, sondern Mitarbeiter/in! Sei selbstbewusst!

Als Praktikant/in befindet man sich oft in einer recht schwierigen Situation. Schließlich will man gesehen und als Teil des Unternehmens wahrgenommen werden, aber irgendwie fühlt man sich gegenüber den Entscheidungsträgern und hohen Tieren hier doch nur als kleines Lichtchen. Stell deine Arbeit nicht in den Schatten – man ist an deiner neuen Arbeitsstelle sicher froh, jemanden wie dich dort zu haben, schließlich hat man sich gerade für DICH entschieden und das hat bzw. hatte schließlich auch einen guten Grund! Sei also nicht allzu schüchtern, sondern versuche aktiv am Arbeitsleben teilzunehmen. Nimm dir (wenn die Arbeitssituation es erlaubt) auch mal die Zeit, mit deinen Kollegen zu plaudern, die sich für dich und was du hier eigentlich tust, interessieren.

Kritik ist gut

Man hat sich für dich entschieden und auch wenn am ersten Tag nicht gleich alles glatt läuft, solltest du immer daran denken, dass noch kein erfahrener Mitarbeiter vom Himmel gefallen ist. Versuche Kritik neutral entgegenzunehmen – es ist schließlich keine Kritik an deiner Person, sondern nur an etwas, das du auf eine bestimmte Weise getan hast und was vielleicht nicht dem gewohnten Vorgang im Unternehmen entspricht. Überlege dir immer, was du Positives für dich aus einer Kritik ziehen kannst. Du bist nämlich hier, um etwas zu lernen! Niemand erwartet, dass du an deinen ersten Tagen alles beherrschen solltest. Finde also einen Mittelweg und bleib zuversichtlich bei den dir übertragenen Aufgaben, stelle Fragen und versuche, von deinem Vorgesetzten oder deinen Kollegen alles nur Mögliche zu lernen.

Nimm deine Arbeit ernst

Auch wenn du ein unbezahltes Praktikum absolvierst, oder nur wenig Gehalt bekommst: deine Arbeit ist nicht umsonst. Vielleicht bekommst du am Anfang nicht die Verantwortung, die du dir bei deinem Traumjob ausgemalt hattest, aber denke daran, dass der Mensch mit seinen Aufgaben wächst. Mit der Zeit wird man deine Verlässlichkeit und deinen Fleiß erkennen und zu schätzen lernen und dir mehr und mehr interessante Aufgaben übertragen und neue Einblicke gewähren.

Auch ein Auslandspraktikum ist kein Urlaub

Ja, du bist in einem wunderschönen Land, die Sonne und der Strand locken und da sollst du dich in ein stickiges Büro setzen und den halben Tag dort verbringen. Denk immer daran, dass der Fokus deines Aufenthalts auf den Erfahrungen bei der Arbeit liegt und mach dir keine Sorgen! An den Wochenenden, nach Feierabend und in deinem Urlaub, den du vielleicht zum Schluss deines Praktikums noch angehängt hast, kannst du das ganze Land erkunden und etwas für deine Bräune tun!

Sitz nicht den ganzen Tag stocksteif und allein an deinem Schreibtisch

In einem Praktikum geht es nicht nur um die Arbeit allein, es geht vielmehr auch darum, für dich und deinen vielleicht sogar zukünftigen Chef herauszufinden, ob du gerne in einem Unternehmen arbeitest und ob es gut mit euch passt. Daher ist das soziale Umfeld wichtig; es ist wichtig, neue Leute kennenzulernen und etwas über den Arbeitsalltag und möglicherweise auch die Vereinbarung von Privatleben und Beruf zu erfahren. Lade deine neuen Kollegen vielleicht mal zu einem Kaffee oder Mittagessen ein. Denn wenn es da nette Menschen an deinem Arbeitsplatz gibt, mit denen du dich verstehst, wirst du dich auch hier wohler und angekommen fühlen.

Achte auf die Unternehmensrichtlinien

Du bist zwar „nur“ ein Praktikant oder eine Praktikantin, trotzdem gelten für dich dieselben Regeln am Arbeitsplatz wie für alle anderen hier auch. Sieh dich selbst als Vollzeitangestellte/r und reflektiere alle diesbezüglichen Entscheidungen sorgfältig. Was ist das Beste für das Unternehmen und nicht „ach, in ein paar Wochen bin ich hier sowieso weg“. Auch dein Verhalten und Tun kann für das Unternehmen und die Belegschaft Konsequenzen haben. Was du auf alle Fälle vermeiden solltest, ist es, nicht die Wahrheit zu sagen oder deine/n Vorgesetzte/n über deine Arbeit oder Arbeitsweise in die Irre zu führen. Lege niemals vertrauliche Informationen offen und bringe so das Unternehmen in Gefahr. Du bist jetzt schließlich Teil eines Teams! And there´s no I in TEAM.