Mehr als 70 % aller Reisenden haben unterwegs kleinere gesundheitliche Probleme und sind froh über eine gut gepackte Reiseapotheke. Eine durchdachte Reiseapotheke spart dir Stress, Zeit und im Ausland oft viel Geld – besonders bei längeren Auslandsaufenthalten wie Work & Travel, Auslandspraktikum oder Auslandsstudium.
Reiseapotheke verstehen und richtig planen
Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung empfiehlt ausdrücklich, vor jeder Auslandsreise eine individuelle Reiseapotheke zusammenzustellen, die an Reiseziel, Dauer und persönliche Gesundheit angepasst ist. Laut Robert Koch-Institut zählen Magen-Darm-Infektionen zu den häufigsten Gesundheitsproblemen auf Auslandsreisen, weshalb Mittel gegen Durchfall in keiner Reiseapotheke fehlen sollten.
Was eine Reiseapotheke ist und warum sie wichtig ist
Eine Reiseapotheke ist ein Set aus Medikamenten, Verbandsmaterial und Hilfsmitteln, das du selbst mitnimmst und das auf deine persönliche Gesundheit zugeschnitten ist. Die Reiseapotheke ergänzt die medizinische Versorgung vor Ort und ist kein Ersatz für einen Arztbesuch.
Du greifst auf deine Reiseapotheke zurück, wenn du Kopfschmerzen hast, dich schneidest oder dir unterwegs eine Magen-Darm-Infektion einfängst. Gerade bei Work & Travel oder Auslandspraktikum bist du oft weit weg von Apotheken oder sprichst die Sprache nicht sicher.
Wer ein Auslandspraktikum macht, erlebt schnell, wie hilfreich ein eigenes Basis-Set ist. Du musst nicht erst googeln, welche Apotheke offen hat, sondern kannst kleinere Probleme direkt selbst behandeln und sparst dir unnötige Wege und Kosten.
Faktoren für die Planung deiner Reiseapotheke
Du willst wissen, wie groß deine Reiseapotheke sein sollte. Dafür zählen fünf Faktoren, die du systematisch durchgehen solltest.
- Reiseziel
In Europa ist die Versorgung dicht und Medikamente meist gut kontrolliert. In vielen Ländern des Globalen Südens sind Apotheken schlechter ausgestattet oder Medikamente gefälscht, was eine umfangreichere Reiseapotheke nötig macht. - Reisedauer
Für ein Wochenende reichen Mini-Mengen. Für ein Jahr Work & Travel oder ein Auslandsstudium brauchst du Vorräte, einen Plan für Nachschub und klare Absprachen mit Ärztinnen und Krankenkasse. - Reisetyp
Städtereise, Strandurlaub, Trekking, Freiwilligendienst oder Auslandsstudium brauchen jeweils andere Schwerpunkte in der Reiseapotheke – von Sonnenschutz bis Outdoor-Notfallset. - Gesundheitszustand
Chronische Erkrankungen, Allergien, psychische Erkrankungen oder ADHS beeinflussen deine Packliste deutlich. Dauermedikation und Notfallmedikamente gehören immer in ausreichender Menge ins Handgepäck. - Infrastruktur vor Ort
In Metropolen findest du schnell Hilfe. In ländlichen Regionen, auf Inseln oder beim Vanlife in Australien ist Eigenversorgung wichtiger, und deine Reiseapotheke muss mehr abdecken.
Plane deine Reiseapotheke immer zusammen mit deiner Auslandskrankenversicherung. Viele Versicherer geben konkrete Medikamentenempfehlungen für Selbstmedikation und definieren, ab wann ein Arztbesuch sinnvoll oder sogar verpflichtend ist.
Unterschied Urlaub vs. Auslandsjahr
Ein Auslandsjahr mit Work & Travel, Au Pair oder Auslandspraktikum stellt andere Anforderungen an deine Reiseapotheke als ein zweiwöchiger Urlaub. Sprachkenntnisse allein reichen nicht, wenn du mehrere Monate im Ausland lebst und arbeitest.
Beim Kurzurlaub kalkulierst du meist mit kleinen Mengen und kannst im Zweifel nachkaufen. Beim Auslandspraktikum, Au Pair oder Work & Travel planst du dagegen:
- Dauermedikation für mehrere Monate
- Rezepte und Atteste für die Einreise
- Nachkauf im Gastland oder Nachsendung
- Notfallset, falls du weit von ärztlicher Versorgung arbeitest
Laut auslandspraktikum.de ist eine solide Reiseapotheke ein zentraler Baustein der Vorbereitung auf ein Auslandsjahr, weil sie dir im Alltag Sicherheit gibt und unnötige Arztbesuche reduziert.

Grundausstattung deiner Reiseapotheke
Die Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin, Reisemedizin und Globale Gesundheit (DTG) nennt in ihren Empfehlungen zur Reisevorbereitung unter anderem Schmerzmittel, Mittel gegen Durchfall, Elektrolyte und ein Fieberthermometer als typische Bestandteile einer Basis-Reiseapotheke. Die DTG betont zusätzlich Antihistaminika und Verbandmaterial als Standard, unabhängig davon, ob du einen Kurztrip oder eine längere Reise planst.
Medikamente gegen Schmerzen, Fieber und Entzündungen
Zur Basis gehören immer ein bis zwei gut verträgliche Schmerz- und Fiebermittel. Orientiere dich an Wirkstoffen, nicht an Marken, damit du sie im Ausland leichter wiedererkennst.
Typische Wirkstoffgruppen sind:
- Paracetamol: gegen Schmerzen und Fieber
- Ibuprofen oder Naproxen: gegen Schmerzen, Fieber und Entzündungen
- Lokale Schmerzgele (z. B. Diclofenac-Gel): bei Verstauchungen und Zerrungen
Wähle eine Form, die zu dir passt. Tabletten sind praktisch, Brausetabletten brauchen Wasser, Zäpfchen sind bei Fieber für Kinder sinnvoll.
Packe zusätzlich:
- ein digitales Fieberthermometer
- ggf. Kühlgel oder Kühlpads für Prellungen
- bei empfindlichem Magen eher Paracetamol als Ibuprofen
Nimm nur Medikamente mit, die du verträgst und schon kennst. Teste neue Präparate vor der Reise kurz zu Hause, um unerwartete Nebenwirkungen unterwegs zu vermeiden.
Mittel gegen Magen-Darm-Beschwerden und Übelkeit
Das CDC Yellow Book 2024 beschreibt akuten Reisedurchfall als häufigste reiseassoziierte Erkrankung bei Langzeitreisenden und Backpackern in vielen Teilen Südostasiens und Lateinamerikas. Deshalb gehört ein kleines Gastro-Set in fast jede Reiseapotheke, egal ob Urlaub oder Auslandsjahr.
Sinnvoll sind:
- Elektrolytpulver zur oralen Rehydratation
- Loperamid für akute Durchfallnotfälle, z. B. lange Busfahrten
- ggf. Probiotika zur Unterstützung der Darmflora
- Mittel gegen Übelkeit (z. B. Dimenhydrinat)
- ein mildes Abführmittel, wenn du zu Verstopfung neigst
- ggf. Magenschutzmittel oder Mittel gegen Sodbrennen
Nutze Loperamid nur kurz und nicht bei Fieber oder blutigem Durchfall. Bei solchen Warnzeichen brauchst du ärztliche Hilfe, besonders in Ländern mit erhöhtem Risiko für bakterielle oder parasitäre Infektionen.
Verbandsmaterial und Wundversorgung
Kleine Verletzungen passieren schnell, vor allem beim Backpacking, in Hostels oder beim Sport. Eine Mini-Wundversorgung in deiner Reiseapotheke spart dir unnötige Arztbesuche und hilft, Infektionen zu vermeiden.
Dazu gehören:
- Pflaster in verschiedenen Größen
- sterile Kompressen und Mullbinden
- elastische Binde für Verstauchungen
- Desinfektionsmittel für Hautwunden
- Wund- und Heilsalbe
- Pinzette (z. B. für Splitter, Zecken)
- kleine Schere (ggf. im Aufgabegepäck)
Für Trekking oder Freiwilligendienst im Feld kannst du zusätzlich sterile Einmalskalpelle oder Nahtstreifen mitnehmen. Die konkrete Auswahl klärst du idealerweise in einer reisemedizinischen Beratung, damit du weder zu wenig noch unnötig viel mitnimmst.
Dokumente und Ergänzungen in der Reiseapotheke
Wer einmal im Ausland beim Arzt saß und seine Medikamentennamen nicht auf Englisch erklären konnte, weiß, wie wertvoll gute Unterlagen sind. Packe deshalb immer auch Papier und digitale Kopien in deine Reiseapotheke.
Wichtige Dokumente:
- Impfpass
- Medikamentenplan mit Wirkstoffen und Dosierungen
- Kopien von Rezepten
- ggf. ärztliche Bescheinigungen zu chronischen Erkrankungen
- Notfallkarte mit Allergien und Blutgruppe
- Kontaktdaten deiner Auslandskrankenversicherung
Für längere Aufenthalte lohnt sich ein zweisprachiger Medikamentenplan Deutsch/Englisch. So können Ärztinnen und Apotheker im Gastland deine Therapie schneller verstehen und geeignete Alternativen finden, falls dein Präparat nicht verfügbar ist.
Reiseapotheke an Reiseziel und Reisetyp anpassen
Das Centrum für Reisemedizin unterscheidet in seinen Empfehlungen klar zwischen Reiseapotheken für Europa-Reisen und solchen für Tropen- und Fernreisen mit erhöhtem Infektionsrisiko. Die Weltgesundheitsorganisation beschreibt für viele Länder des Globalen Südens ein höheres Risiko für Durchfallerkrankungen, Insektenstiche und tropische Infektionen, was sich direkt in der Zusammensetzung deiner Reiseapotheke widerspiegeln sollte.
Reiseapotheke für Städtereise und Kurztrip in Europa
Wer ein Wochenende in Barcelona oder eine Woche in Kopenhagen verbringt, braucht keine XXL-Apotheke. In der EU sind Apotheken dicht, gut ausgestattet und die Qualitätskontrolle von Medikamenten ist hoch.
Für solche Trips reicht meist:
- kleines Set Schmerz- und Fiebermittel
- Mini-Set gegen Durchfall und Übelkeit
- ein paar Pflaster und Desinfektionsmittel
- Nasenspray und Halstabletten
- deine persönlichen Dauermedikamente
Achte auf Handgepäck-taugliche Größen. Viele Präparate gibt es in Reisegrößen oder als Blister mit wenigen Tabletten, was Gewicht und Platz spart.
Reiseapotheke für Strandurlaub und Pauschalreise
Du hast den Flug nach Thailand oder Griechenland gebucht und freust dich auf Sonne. Deine Reiseapotheke braucht jetzt einen klaren Fokus: Haut- und Sonnenschutz, kombiniert mit Basis-Medikamenten.
Zusätzlich zur Basis packst du:
- Sonnenschutz mit hohem LSF, wasserfest
- After-Sun-Lotion oder Aloe-Vera-Gel
- Insektenschutz (DEET, Icaridin je nach Region)
- Gel oder Creme gegen Insektenstiche
- ggf. Mittel gegen Sonnenallergie
- bei empfindlicher Haut: deine gewohnten Produkte
Für Länder mit hohem Malariarisiko klärst du in einer reisemedizinischen Sprechstunde, ob du zusätzlich ein Malariamedikament brauchst. Die DTG empfiehlt hier eine individuelle Beratung statt Pauschallösungen, weil Wirkstoffe, Dosierung und Dauer stark vom Reiseziel abhängen.
Backpacking und Work & Travel in Australien, Neuseeland und Kanada
Wer einmal drei Monate in Australien gearbeitet hat, weiß, wie weit die nächste Apotheke entfernt sein kann. Beim Work & Travel oder Langzeit-Backpacking in Australien, Neuseeland oder Kanada brauchst du eine robustere Reiseapotheke, die auch Outdoor-Situationen abdeckt.
Typisch sinnvoll sind:
- erweiterte Menge an Schmerz- und Fiebermitteln
- ausreichend Elektrolyte und Durchfallmittel
- größeres Verbandset inkl. Blasenpflaster
- Insektenschutz, Stichgel, ggf. Zeckenzange
- Wunddesinfektion in etwas größerer Flasche
- ggf. Mittel gegen Reisekrankheit für lange Bus- oder Bootstouren
Für Kanada und Neuseeland kommt oft Outdoor-Fokus dazu: Material für Blasen, Verstauchungen, kleine Schnittwunden beim Hiken oder Arbeiten auf Farmen. Ergänzend lohnt ein Blick in unseren Guide Backpacking Rucksack packen, um deine Reiseapotheke sinnvoll im Rucksack zu platzieren.
Freiwilligendienst und Praktikum im Globalen Süden
Du hast gerade deinen Platz im Freiwilligendienst in Tansania oder einem Praktikum in Peru bekommen und planst mehrere Monate vor Ort. In vielen Regionen gibt es weniger Ärztinnen, Apotheken oder zuverlässige Medikamente, und die Gesundheitsrisiken unterscheiden sich deutlich von Europa.
Für solche Einsätze brauchst du:
- voll ausgestattete Basis-Reiseapotheke
- zusätzliches Verbandmaterial und mehr Desinfektion
- ggf. Malariaprophylaxe nach individueller Empfehlung
- konsequenten Insektenschutz (Mückenspray, Moskitonetz)
- ggf. Antibiotikum für definierte Notfälle nach ärztlicher Beratung
- Wasserdesinfektionsmittel oder Filter, je nach Region
Die Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin empfiehlt in ihrer Handreichung zur Reiseapotheke ausdrücklich, die konkrete Zusammensetzung für Tropen- und Fernreisen im Rahmen einer individuellen reisemedizinischen Beratung festzulegen. Solche Beratungen bieten DTG-zertifizierte Tropeninstitute und viele Tropenambulanzen in Deutschland an.
Reiseapotheke für Kinder, Babys und Jugendliche
Kinder brauchen eine eigene, altersgerechte Reiseapotheke. Dosierungen und Darreichungsformen unterscheiden sich deutlich von Erwachsenen, und nicht jedes Medikament ist für Kinder zugelassen.
Wichtige Punkte:
- Fieber- und Schmerzmittel als Saft oder Zäpfchen
- kindgerechtes Nasenspray und Hustensaft
- Elektrolytlösungen mit angepasstem Geschmack
- Pflaster, Wundsalbe und Desinfektionsmittel, die nicht brennen
- hoher Lichtschutzfaktor, Insektenschutz für Kinder
Besprich bei Babys und Kleinkindern die Reiseapotheke immer mit der Kinderärztin. Vor Fernreisen sind zusätzliche Impfungen oder Malariaprophylaxe zu prüfen, und auch die Dosierung von Durchfall- oder Fiebermitteln sollte ärztlich bestätigt werden.
Vergleich nach Reisetyp
| Reisetyp | Empfohlene Größe der Reiseapotheke | Besondere Extras |
|---|---|---|
| Wochenendtrip in Europa | sehr kompakt, nur Basis in Kleinstmengen | wenige Blister, Mini-Fläschchen |
| Strandurlaub 1–2 Wochen | mittelgroß, Basis plus Haut- und Sonnenschutz | hoher LSF, After-Sun, Insektenschutz |
| Work & Travel 3–12 Monate | größer, Vorräte für mehrere Wochen | Outdoor-Set, mehr Verbandsmaterial |
| Freiwilligendienst im Globalen Süden | umfangreich, klar strukturiertes Set | Malariamedikament nach Beratung, Wasserdesinfektion |

Reiseapotheke für Langzeitaufenthalte und besondere Situationen
Die Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin empfiehlt bei Langzeitaufenthalten von mehreren Monaten eine reisemedizinische Beratung mindestens 6 bis 8 Wochen vor Abreise, um Dauermedikation und Notfallmedikamente zu planen. Seit 2024 weisen viele Tropeninstitute zusätzlich auf rechtliche Vorgaben zur Mitnahme von Betäubungsmitteln und Psychopharmaka hin, die je nach Zielland stark variieren.
Dauermedikation bei Auslandspraktikum, Studium und Work & Travel
Dauermedikation sind alle Medikamente, die du täglich oder regelmäßig einnimmst. Dazu gehören zum Beispiel Schilddrüsenmedikamente, Blutdrucktabletten, Pille oder ADHS-Medikamente.
Für Aufenthalte von 6–12 Monaten brauchst du einen klaren Plan:
- Gespräch mit behandelnder Ärztin
Kläre, wie lange vorab verordnet werden darf und ob du ein Jahresrezept bekommst. Besprich auch, ob eine Umstellung auf ein international besser verfügbares Präparat sinnvoll ist. - Mengenplanung
Viele Krankenkassen erstatten maximal einen 3-Monats-Vorrat pro Abgabe. Für längere Aufenthalte planst du Nachkauf im Gastland oder Nachsendung durch Angehörige, immer unter Beachtung der Zoll- und Arzneimittelgesetze. - Rechtliche Grenzen
Health Canada schreibt für Medikamente mit kontrollierten Wirkstoffen vor, dass Reisende maximal den geringeren Wert aus einem Behandlungszyklus oder einer 30-Tage-Versorgung mitführen dürfen. Für nicht kontrollierte verschreibungspflichtige Medikamente ist eine Menge gemäß persönlichem Bedarf erlaubt, solange sie auf den eigenen Namen verschrieben sind. - Transport im Handgepäck
Nimm deine Dauermedikation immer im Handgepäck mit. So geht bei verlorenem Koffer nichts Wichtiges verloren, und du hast deine Medikamente auch bei Flugverspätungen oder Zwischenstopps griffbereit.
Verknüpfe die Planung deiner Dauermedikation mit der organisatorischen Vorbereitung auf dein Programm. Hilfreich ist zum Beispiel unser Ratgeber Auslandspraktikum planen, der dir bei Zeitplanung, Versicherungen und Dokumenten hilft.
Psychische Gesundheit und Notfallmedikation auf Reisen
Psychische Gesundheit gehört genauso in die Reiseplanung wie Impfungen. Antidepressiva, Stimmungsstabilisierer oder ADHS-Medikamente sind oft verschreibungspflichtig und teilweise betäubungsmittelrechtlich relevant, was die Mitnahme im Ausland komplexer macht.
Wichtige Schritte:
- frühzeitiges Gespräch mit Psychiaterin oder Hausarzt
- schriftlicher Behandlungsplan für längere Auslandsaufenthalte
- genügend Vorrat plus Plan für Nachverordnung vor Ort
- englischsprachige ärztliche Bescheinigung zu Diagnose und Medikation
Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte stellt mit dem Formular „Bescheinigung für das Mitführen von Betäubungsmitteln im Rahmen einer ärztlichen Behandlung – Artikel 75 des Schengener Durchführungsabkommens“ (BfArM 017) ein offizielles Dokument bereit. Es enthält Name und Geburtsdatum, Reisedauer in Tagen, genaue Bezeichnung des Betäubungsmittels, Dosierung und Gesamtmenge und wird in einer mehrsprachigen Version Deutsch/Englisch/Französisch bereitgestellt.
Lege dir zusätzlich einen persönlichen Krisenplan an. Darin stehen Ansprechpersonen, Notfallnummern und erste Schritte, falls es dir psychisch schlechter geht – zum Beispiel Kontakt zur Auslandskrankenversicherung, zu lokalen Beratungsstellen oder zu vertrauten Personen zu Hause.
Verhütung, Sexualgesundheit und besondere Bedürfnisse
Verhütungsthemen sind auf Reisen oft heikel, aber sehr relevant. Viele Reisende nutzen die Zeit im Ausland auch privat intensiv, und eine gut geplante Reiseapotheke kann unangenehme Überraschungen vermeiden.
In deine Reiseapotheke gehören je nach Situation:
- ausreichend Kondome in guter Qualität
- deine gewohnte Pille in ausreichender Menge
- Informationen zur Notfallverhütung im Zielland
- ggf. Gleitgel, bevorzugt wasserbasiert
- bei STI-Risiko: Adressen von Kliniken oder Teststellen
Plane bei Langzeitaufenthalten mit hormoneller Verhütung genug Vorrat ein. Ein Pillenwechsel im Ausland kann zu Nebenwirkungen führen und ist organisatorisch aufwendig, vor allem wenn du in ländlichen Regionen oder im Globalen Süden unterwegs bist.
Rechtliche Vorgaben, Transport und Lagerung von Medikamenten
Wer mit Medikamenten reist, bewegt sich schnell im Schnittfeld von Gesundheitsrecht und Zoll. Für viele Länder gelten konkrete Regeln, insbesondere bei Betäubungsmitteln und Psychopharmaka.
Beispiele:
- Das Australian Government, Office of Drug Control, nennt für Reisende mit Betäubungsmitteln eine Traveller Exemption. Zulässig sind z. B. Morphin, Oxycodon, Methadon, Methylphenidat, Adderall und Benzodiazepine, wenn sie in Originalverpackung mit Apothekenetikett mitgeführt und durch Rezept oder ärztliches Schreiben belegt sind; die Menge ist meist auf einen 3-Monats-Bedarf begrenzt.
- Health Canada verlangt bei der Einfuhr verschreibungspflichtiger Medikamente mit Betäubungsmitteln, dass sie auf den eigenen Namen verschrieben sind, in Originalapothekenpackung mit Etikett transportiert werden, deklariert werden und maximal einer 30-Tage-Versorgung entsprechen.
Allgemeine Grundregeln:
- Originalverpackung mit Apothekenetikett behalten
- Beipackzettel nicht wegwerfen
- ärztliche Bescheinigung für Betäubungsmittel, Psychopharmaka und ADHS-Medikamente mitführen
- Medikamente immer im Handgepäck transportieren
- bei kühlpflichtigen Präparaten Kühlkette mit Kühltasche und Akkus organisieren
Prüfe zusätzlich die Einreisebestimmungen deines Ziellandes über das Auswärtige Amt oder die Gesundheitsbehörden des Landes. Stand 2025 ändern einige Staaten ihre Regeln regelmäßig, insbesondere die USA, Neuseeland und Thailand, sodass eine aktuelle Online-Recherche vor Abreise Pflicht ist.

Reiseapotheke praktisch packen und organisieren
Die Europäische Arzneimittel-Agentur weist darauf hin, dass viele Medikamente bei Temperaturen über 25 Grad ihre Stabilität verlieren können und deshalb auf Reisen besonders geschützt verpackt werden sollten. Der Deutsche Apothekerverband empfiehlt, Medikamente lichtgeschützt und trocken aufzubewahren, am besten in stabilen, verschließbaren Boxen oder Beuteln.
Platzsparend packen im Rucksack oder Koffer
Du hast nur Handgepäck oder einen vollgepackten Backpack. Deine Reiseapotheke soll funktionieren, ohne unnötig Platz zu fressen oder unübersichtlich zu werden.
Praktische Tipps:
- Nutze durchsichtige Beutel oder kleine Boxen, damit du alles schnell findest.
- Teile deine Reiseapotheke in Sets auf: Alltag, Notfall, Outdoor.
- Nimm von Blistern nur die benötigte Anzahl plus Reserve mit, nicht ganze Schachteln, wenn die rechtliche Situation es erlaubt.
- Schwere oder selten benötigte Sachen kommen nach unten in den Rucksack, Notfallset nach oben oder in den Daypack.
Für lange Backpacking-Trips lohnt ein eigenes kleines „Med-Case“. So bleibt alles zusammen, ist vor Feuchtigkeit geschützt und wird im Hostel nicht zwischen Socken und Kochset verteilt.
Sicherheit, Beschriftung und Sprachen
Sicherheit bedeutet hier zwei Dinge: rechtliche Absicherung und schnelle Verständlichkeit im Notfall. Beides regelst du über Verpackung und Beschriftung deiner Reiseapotheke.
Wichtige Punkte:
- Medikamente immer in Originalverpackung mit Apothekenetikett lassen.
- auf dem Etikett sollten Name, Wirkstoff, Dosierung und Arzt erkennbar sein.
- ergänze bei Bedarf eine englische Beschriftung oder Liste deiner Medikamente mit Wirkstoffen.
- scanne oder fotografiere Beipackzettel und speichere sie offline auf dem Handy.
Für kontrollierte Substanzen wie ADHS-Medikamente sind englische Arztbriefe besonders hilfreich. Sie erleichtern die Einreise, die Zollkontrolle und die Kommunikation mit Ärztinnen im Gastland, falls du Nachschub brauchst.
Reiseapotheke mit der Auslandskrankenversicherung verzahnen
Viele Reisende packen ihre Reiseapotheke, ohne an die Auslandskrankenversicherung zu denken. Dabei greifen beide direkt ineinander und bestimmen, wie du im Krankheitsfall vorgehst.
Kläre vor der Reise:
- welche Selbstmedikation die Versicherung akzeptiert
- ab wann du besser zum Arzt gehst, statt weiter selbst zu behandeln
- ob die Versicherung Notfallmedikamente (z. B. Malariamedikamente) erstattet
- wie du im Ernstfall eine Arztempfehlung bekommst
Für Work & Travel lohnt ein genauer Blick in unseren Ratgeber Auslandskrankenversicherung für Work and Travel. Dort erfährst du, welche Leistungen für Langzeitreisen sinnvoll sind und wie du deine Reiseapotheke sinnvoll mit dem Versicherungsschutz kombinierst.
Häufige Fragen
Was gehört alles in eine Reiseapotheke?
Zur Grundausstattung einer Reiseapotheke gehören laut reisemedizinischen Fachgesellschaften immer Schmerz- und Fiebermittel, Mittel gegen Durchfall und Übelkeit, Elektrolyte, Pflaster und Verbandsmaterial, Desinfektionsmittel, Fieberthermometer und persönliche Dauermedikamente. Ergänzend sind Pinzette, Wund- und Heilsalbe sowie Sonnenschutz sinnvoll.
Was muss in eine Reiseapotheke für den Urlaub?
Für einen typischen Urlaub sollten mindestens Schmerzmittel, Fiebermittel, Mittel gegen Durchfall, Elektrolyte, Pflaster, Desinfektionsmittel, Sonnenschutz und After-Sun in der Reiseapotheke sein. Je nach Ziel kommen Insektenschutz, Gel gegen Stiche, Nasenspray, Mittel gegen Reisekrankheit und persönliche Medikamente dazu.
Was gehört in eine Reiseapotheke für Kinder?
In eine Kinder-Reiseapotheke gehören kindgerecht dosierte Fieber- und Schmerzmittel als Saft oder Zäpfchen, Elektrolytlösung, kindgerechtes Nasenspray, Fieberthermometer, Pflaster, Desinfektionsmittel und Wundsalbe. Wichtig sind außerdem Sonnenschutz mit hohem Lichtschutzfaktor, Insektenschutz für Kinder und gegebenenfalls Medikamente gegen Reiseübelkeit.
Was braucht man in der Reiseapotheke bei Durchfall?
Bei Reisedurchfall empfehlen Fachgesellschaften ein orales Rehydratationsmittel mit Elektrolyten, ein schnell wirksames Durchfallmittel für Notfälle und gegebenenfalls ein Mittel gegen Übelkeit. Zusätzlich gehören Desinfektionsmittel für die Hände und gegebenenfalls Probiotika dazu, bei blutigem Durchfall oder Fieber ist immer ein Arztbesuch nötig.
Welche Medikamente sollte man immer auf Reisen dabeihaben?
Auf Reisen solltest du immer ein Schmerz- und Fiebermittel, ein Mittel gegen Durchfall, ein Mittel gegen Übelkeit, Elektrolytpulver, Pflaster, Desinfektionsmittel und deine persönlichen Dauermedikamente dabeihaben. Je nach Reiseziel sind zusätzlich Insektenschutz, Sonnenschutz, Nasenspray und ein Gel gegen Insektenstiche sinnvoll.
Was ist die Grundausstattung einer Reiseapotheke?
Die Grundausstattung einer Reiseapotheke umfasst laut DTG typischerweise Schmerzmittel, fiebersenkende Mittel, Medikamente gegen Durchfall und Übelkeit, Elektrolyte, Pflaster, sterile Kompressen, Verband, Desinfektionsmittel, Fieberthermometer und Pinzette. Ergänzend sind Wund- und Heilsalbe sowie persönliche Dauermedikamente mit Rezeptkopie wichtig.
Wie groß sollte eine Reiseapotheke sein?
Die Größe der Reiseapotheke richtet sich vor allem nach Reisedauer, Ziel und Vorerkrankungen. Für ein Wochenende reicht oft ein kleines Set mit wenigen Blistern und Mini-Fläschchen, während bei Work & Travel oder Auslandspraktikum Vorräte für mehrere Wochen sinnvoll sind.
Wie bewahrt man Medikamente auf Reisen richtig auf?
Medikamente sollten auf Reisen laut Herstellerangaben meist trocken, lichtgeschützt und unter 25 Grad gelagert werden. Bewahre wichtige Präparate immer im Handgepäck auf, in der Originalverpackung mit Beipackzettel, und nutze für kühlpflichtige Medikamente Kühltaschen mit Kühlakkus ohne direkten Kontakt zum Medikament.
Was gehört alles in eine Reiseapotheke?
Zur Grundausstattung einer Reiseapotheke gehören laut reisemedizinischen Fachgesellschaften immer Schmerz- und Fiebermittel, Mittel gegen Durchfall und Übelkeit, Elektrolyte, Pflaster und Verbandsmaterial, Desinfektionsmittel, Fieberthermometer und persönliche Dauermedikamente. Ergänzend sind Pinzette, Wund- und Heilsalbe sowie Sonnenschutz sinnvoll.
Was muss in eine Reiseapotheke für den Urlaub?
Für einen typischen Urlaub sollten mindestens Schmerzmittel, Fiebermittel, Mittel gegen Durchfall, Elektrolyte, Pflaster, Desinfektionsmittel, Sonnenschutz und After-Sun in der Reiseapotheke sein. Je nach Ziel kommen Insektenschutz, Gel gegen Stiche, Nasenspray, Mittel gegen Reisekrankheit und persönliche Medikamente dazu.
Was gehört in eine Reiseapotheke für Kinder?
In eine Kinder-Reiseapotheke gehören kindgerecht dosierte Fieber- und Schmerzmittel als Saft oder Zäpfchen, Elektrolytlösung, kindgerechtes Nasenspray, Fieberthermometer, Pflaster, Desinfektionsmittel und Wundsalbe. Wichtig sind außerdem Sonnenschutz mit hohem Lichtschutzfaktor, Insektenschutz für Kinder und gegebenenfalls Medikamente gegen Reiseübelkeit.
Was braucht man in der Reiseapotheke bei Durchfall?
Bei Reisedurchfall empfehlen Fachgesellschaften ein orales Rehydratationsmittel mit Elektrolyten, ein schnell wirksames Durchfallmittel für Notfälle und gegebenenfalls ein Mittel gegen Übelkeit. Zusätzlich gehören Desinfektionsmittel für die Hände und gegebenenfalls Probiotika dazu, bei blutigem Durchfall oder Fieber ist immer ein Arztbesuch nötig.
Welche Medikamente sollte man immer auf Reisen dabeihaben?
Auf Reisen solltest du immer ein Schmerz- und Fiebermittel, ein Mittel gegen Durchfall, ein Mittel gegen Übelkeit, Elektrolytpulver, Pflaster, Desinfektionsmittel und deine persönlichen Dauermedikamente dabeihaben. Je nach Reiseziel sind zusätzlich Insektenschutz, Sonnenschutz, Nasenspray und ein Gel gegen Insektenstiche sinnvoll.
Was ist die Grundausstattung einer Reiseapotheke?
Die Grundausstattung einer Reiseapotheke umfasst laut DTG typischerweise Schmerzmittel, fiebersenkende Mittel, Medikamente gegen Durchfall und Übelkeit, Elektrolyte, Pflaster, sterile Kompressen, Verband, Desinfektionsmittel, Fieberthermometer und Pinzette. Ergänzend sind Wund- und Heilsalbe sowie persönliche Dauermedikamente mit Rezeptkopie wichtig.
Wie groß sollte eine Reiseapotheke sein?
Die Größe der Reiseapotheke richtet sich vor allem nach Reisedauer, Ziel und Vorerkrankungen. Für ein Wochenende reicht oft ein kleines Set mit wenigen Blistern und Mini-Fläschchen, während bei Work and Travel oder Auslandspraktikum Vorräte für mehrere Wochen sinnvoll sind.
Wie bewahrt man Medikamente auf Reisen richtig auf?
Medikamente sollten auf Reisen laut Herstellerangaben meist trocken, lichtgeschützt und unter 25 Grad gelagert werden. Bewahre wichtige Präparate immer im Handgepäck auf, in der Originalverpackung mit Beipackzettel, und nutze für kühlpflichtige Medikamente Kühltaschen mit Kühlakkus ohne direkten Kontakt zum Medikament.